Samstag, 7. September 2013

Megatrend Digitalisierung im Businessbereich

 

Electronic-Commerce ist heute nicht mehr ein Zusatzgeschäft, er stellt im Jahr 2013 vielmehr den Normalfall dar. Diese These wird von immer mehr B2B-Marketingfachleuten vertreten, die gleichzeitig darauf hinweisen, dass sich der Trend im B2C-Bereich rasant fortsetzt. Allerdings ist das private Konsumentensegment noch längst nicht so stark digital durchsetzt wie die Geschäftsbeziehungen der Unternehmen untereinander. Während rund die Hälfte der Menschen gelegentlich oder oft online einkauft, gibt es wohl kaum noch ein Unternehmen ohne Internetanbindung.

E-Commerce im Supply Chain Management

Innerhalb des SCM - Supply Chain Management oder Wertschöpfungskette - sind digitale Strukturen nicht mehr wegzudenken. Hierbei geht es um viel mehr als das Austauschen von Angeboten per E-Mail. Vielmehr sind produzierende Unternehmen mit ihren Zulieferern und Abnehmen vollkommen digital vernetzt. Moderne ERP-Programme (Enterprise Resource Management, also die Verwaltung aller Unternehmensressourcen) sind so administriert, dass sowohl Kunden als auch Zulieferer auf die Bestände eines Produzenten zugreifen können. Jeder Partner kann dabei den für ihn bestimmten Teilbereich aus dem Data Warehouse des Unternehmens einsehen. Der Zulieferer erfährt, welche Teile aktuell benötigt werden und welchen Preis das Unternehmen hierfür zahlt. Rabatte berechnet das Data Warehouse automatisch. Der Kunde erfährt, was das Unternehmen auf Lager hat und wie schnell zu welchem Preis abgeben kann. Hier sind vielfach keine Mitarbeiter mehr tätig, die jeden Vorgang steuern, bestenfalls nehmen sie Überwachungsfunktionen wahr. Die ERP-Programme der Partner verständigen sich vielmehr selbstständig untereinander. Die gesamte Logistik der modernen Produktion kann anders nicht mehr funktionieren, der Trend geht hierbei zu immer hochgradiger automatisierten Programmen. Es ist kein absolut neuer Trend, denn die digital gesteuerte Warenwirtschaft begann etwa in den 1970er Jahren. Doch die Internetentwicklung des 21. Jahrhunderts hat diese Vorgänge auf eine neue Stufe gehoben.

Einfluss der Digitalisierung auf die Marktstrukturen

Dass die Digitalisierung weitreichende Konsequenzen für die Märkte des 21. Jahrhunderts mit sich bringt, leuchtet ohne Weiteres ein. Der B2B-Bereich ist im Jahr 2013 faktisch "durchdigitalisiert". Dass Händler untereinander per Telefon noch Preise und Mengen aushandeln, dürfte inzwischen eine Ausnahme in Nischenmärkten darstellen. Der B2C-Bereich transformiert sich allerdings langsamer, was auch mit dem Einkaufsverhalten von Menschen zusammenhängt. Diese lehnen teils Computer und Internet noch ab, teilweise genießen sie so sehr den Einkauf vor Ort in ihren Kaufhäusern, dass diese wohl nicht so schnell verschwinden werden. Entscheidend für die Änderung der Marktstrukturen ist allerdings nicht ausschließlich, wo und wie jemand einkauft, sondern wie er sich informiert. Und hier treten durch die digitale Wirtschaft neue Intermediäre auf den Plan, also Mittler zwischen Anbietern und Nachfragern. Was im B2B-Bereich die ERP-Programme der Produzenten, Lieferanten und Endabnehmer untereinander erledigen, übernimmt im B2C-Bereich die Suchmaschine. Diese verändert ganz entscheidend die Reaktion der Konsumenten auf Werbung: Sie suchen aktiv, anstatt sich von Angeboten "überzeugen" zu lassen. Diese neuen Funktionen digitalisierter Märkte müssen im modernen Marketing sehr starke Beachtung finden.

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